Liebe Sponsoren, liebe Familie, liebe Freunde
Dieser Satz beschreibt meine Selektionswoche wohl treffender, als ich es selbst könnte. Doch bevor ich darüberschreibe, werfen wir einen kurzen Blick auf die Saison 2025/26.
73 Trainingstage auf dem Schnee, 47 Skirennen.
Viele gute Gefühle, aber auch Enttäuschungen. Müde und dennoch voller Power. Mental stark und doch unsicher. Kämpferisch bis zum letzten Rennen. Rückblickend war es für mich eine der schwierigsten Skirennsaisons, seit ich in der JO startete. Auf vielen Ebenen zeigte mir der Sport seine ganze Härte. Mein Saisonziel habe ich leider nicht erreicht. Das war enttäuschend. Doch es geht weiter!
Eine kurze Erholungspause hat mir eine neue Tür geöffnet, eine, die mir super Perspektive gibt und zu mir passt.
Viele Tage auf dem Schnee, genau wie ich es mag
Die zahlreichen Trainingstage waren intensiv und lehrreich. Ein besonderes Highlight in dieser Zeit war …
Beim FIS‑Riesenslalom in Les Diablerets gelang mir mit einer hohen Startnummer ein echter Coup: Im ersten Lauf fuhr ich sensationell weit nach vorne. Auch wenn ich im zweiten Lauf auf Platz 28 zurückfiel, bleibt die Bestätigung überwältigend. Mit so einer Startnummer nach vorne zu preschen, fühlt sich einfach genial an.
Ein weiteres grosses Highlight war die Schweizer Meisterschaft in St. Moritz. Sieben Tage nonstop im Kreis von Skirennfahrer, gemeinsam am Start sich bereit machen, miteinander mitfiebern, intensive Gespräche führen und immer wieder herzhaft lachen. Gleichzeitig ist diese Woche auch von besonderen Momenten geprägt: Denn es hiess auch Abschied nehmen von langjährigen Skikollegen, die dem Skirennsport Adieu sagen.
Ein kräftezehrendes Lowlight
Leider endeten meine Rennläufe öfters nicht im Ziel sondern auf der Strecke, was mental wie körperlich sehr fordernd war.
Nach der Schweizermeisterschaft gönnte ich mir fünf Tage Ferien zu Hause.
Ich habe sehr viel geschlafen, ausgedehnte Töfftouren gemacht, das Landleben auf dem Bauernhof genossen und bin dann wieder in meinen Schreineralltag gestartet. Diese Zeit war unglaublich wichtig, um neue Energie zu tanken.
Die Freude am Skirennsport ist nach wie vor stärker als jeder Zweifel. Zwar habe ich den NLZ-Status verloren, doch gleichzeitig eine neue Chance erhalten, die mich weit bringen kann, wenn sie sich weiterhin so gut anfühlt wie im Moment.
Neu bin ich mit dem SSW (Skiverband Sarganserland Walensee) unterwegs. Das Team wird von einem fantastischen Trainerstab geführt und arbeitet mit dem OSSV (Ostschweizerischer Skiverband) zusammen. Ich kenne die Menschen, fühle mich wohl und gut aufgehoben. Vieles ist aktuell noch in Planung, deshalb kann ich noch nicht zu sehr ins Detail gehen. Sicher ist: Ich freue mich sehr, einen guten Platz gefunden zu haben.
Kennst du das Lied „Unstoppable“ von Sia? Es passt und zeigt, was Leistungssport für mich jetzt bedeutet.
I’ll put my armour on, show you how strong I am
I’ll put my armour on, I’ll show you that I am
I’m unstoppable
I’m a Porsche with no brakes
I’m invincible
Yeah, I win every single game
I’m so powerful
I don’t need batteries to play
I’m so confident
I’m unstoppable today
Unstoppable today, Unstoppable today, Unstoppable today, I’m unstoppable today
Im Skirennsport lernte ich früh, weiterzugehen, auch wenn es weh tut. Haltung zu zeigen, auch wenn der Körper müde ist. Stärke auszustrahlen, auch wenn Enttäuschung da ist. Doch Aufgeben war nie eine Option.
Ich habe mich bewusst entschieden, aufzustehen, weiter zu trainieren und meinen Weg konsequent weiterzugehen. Rückschläge gehören zu diesem Sport. Entscheidend ist, was ich daraus mache. Ich kämpfe weiter für mein Ziel, Skiprofi zu werden. Nicht blind, sondern mit noch mehr Überzeugung, Disziplin und Hunger.
Der Skirennsport fordert mich an meine Grenzen. Er zwingt mich manchmal in die Knie und genau dort lerne ich, wie ich wieder aufstehe. Jeden Tag ein Schritt nach vorne. Mit Geduld, harter Arbeit und dem festen Glauben an meinen Weg.
Nächste Woche werde ich mit viel Herzblut wieder in den Stangen fahren und der Duft des harten Trainings geniessen.
Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung, euer Vertrauen und dass ihr für mich hier seid.
Gemeinsam gehe ich den nächsten Berg an.
Machets guät und bis bald!
Gruäss
Kilian