Liebe Sponsoren

Ihr habt lange nichts mehr von mir gehört. Es gibt immer wieder Momente, in denen ich denke: Das wäre eigentlich eine Geschichte für den Newsletter. Doch genau diese Schreibarbeit braucht bei mir oft mehrere Tage Zeit. Schreiben fällt mir nämlich deutlich schwerer als Reden.
Was lief also in den letzten Monaten? Von allem etwas. Oft fühlt es sich an, als würden die Tage im Eiltempo an mir vorbeirasen und ich müsste ständig hinterherhechten, um Schritt zu halten.

Die Entscheidung für den Skirennsport und gegen eine klassische Ausbildung beschäftigt mich immer noch oft. Es ist eine echte Gratwanderung, das kann ich euch sagen. Läuft es gut, bin ich froh über meinen Weg. Läuft es nicht gut und die Leistung fehlt, kommen die Zweifel. Genau dann versuche ich, mir bewusst zu machen, wofür ich dankbar sein darf. Hey, ich darf den Skirennsport ausüben. Den Sport, den ich schon als kleiner Junge als meine Zukunft gesehen habe. Dankbar bin ich auch für meine Familie, Freunde und Wegbegleiter, die mir immer wieder mit positiven Worten und Gesten den Rücken stärken. Und dafür, dass ich lerne, negative Erlebnisse loszulassen, nach vorne zu schauen und weiterzumachen.

Ich habe schon einmal über die Demut geschrieben. Für mich ist sie, neben der sportlichen Entwicklung, einer der wichtigsten Faktoren für ein glückliches Leben. Vielleicht denkt ihr jetzt: Was weiss der mit seinen 18 Jahren schon? Oder es klingt für euch etwas abgedroschen. Für mich ist es das nicht.

Der Skirennsport hat mich bereits so viel gelehrt. Er hat mich geprägt, stärker gemacht, sportlich wie menschlich und auch emotional gemacht. Genau deshalb ist die Demut für mich ein wichtiger Begleiter.

Seit Anfang Dezember bin ich ziemlich nonstop unterwegs. Wenn ich nicht auf dem Schnee stehe, sitze ich im Teambus auf An- oder Heimreisen oder ich finde mich im Kraftraum wieder. Stillstand gibt es gerade kaum.
Letztes Jahr habe ich mir im Keller einen kleinen Fitnessraum eingerichtet. Dort sammle ich vor allem mit dem Rennvelo ordentlich Kilometer. Sobald die Skisaison vorbei ist, werde ich mich, neben meiner Arbeit als Schreinerpraktikant, dem weiteren Ausbau widmen.

Natürlich gab es auch gesundheitliche Hürden. Eine Grippe legte mich für eine Woche flach und zwang mich ins Bett. Lektion gelernt, zumindest theoretisch, mein Immunsystem braucht mehr Aufmerksamkeit. Daran muss ich unbedingt arbeiten. Dazu kam eine Knochenprellung am Knie und ein paar Wochen später eine an der Schulter. Sie verhinderten einige Trainings- und Renntage. Am Ende ging aber alles gut. Glück gehabt, dass es so ausgegangen ist.

Wie sehen meine Resultate aus? Mein Saisonziel habe ich bisher noch nicht erreicht. Im Slalom und Riesenslalom konnte ich meine FIS-Punkte zwar verbessern, aber noch nicht in dem Ausmass, das ich mir vorgenommen habe.
Bis zum Saisonende werde ich nebst dem SL und GS noch einige Super-G-Rennen bestreiten. Sie sollen mir hoffentlich bessere Startplätze in dieser Disziplin sichern und mir neue Chancen eröffnen.

Die Swiss-Ski-Selektionskriterien haben auf diese Saison geändert. Wie sich das auf meine Widerselektion in das NLZ auswirkt, kann ich noch nicht einordnen. Abgerechnet wird am Ende der Saison. Bis dahin bleibe ich motiviert und gebe weiterhin Vollgas.

Sportglarnerland hat mich für die Wahl zum Nachwuchssportler 2025 nominiert. Es freut mich riesig, dass ich dafür ausgewählt wurde, und ich bin gespannt, wie die Entscheidung ausfallen wird. Die Ausschreibung in der Südostschweiz und die Online-Wahl erscheinen bzw. sind ab dem 24. Februar auf der Homepage der Südostschweiz und glarnersportsaward aufgeschaltet. Ich freue mich, eure Stimme zu erhalten!

Ich freue mich jeweils sehr über eure Nachrichten, sei es per E-Mail oder WhatsApp. Auch wenn ich oft etwas länger brauche, um zu antworten, ich lese alles und schätze eure Worte sehr. Deshalb plane ich mir bewusst kleine „Büroeinheiten“ ein, in denen ich mich um Mails, Nachrichten und die übrige Administration kümmere.

Ich wünsche euch eine gesunde, spannende und zufriedene Zeit und drückt mir bitte weiterhin die Daumen, damit ich schnelle und saubere Läufe ins Ziel fahre.

Gruäss

Kilian