Am Strand in Rimini, mit meinen Molliser Freunden im Kurzurlaub, habe ich die Entscheidung getroffen:
Ich setze voll auf meinen Traum, Skirennprofi zu werden. Ein konsequenter und mutiger Schritt und genau der, der sich in diesem Moment richtig anfühlt. Schon seit Wochen hatte ich mir den Kopf zerbrochen:
Wie schaffe ich es, gleichzeitig Ausbildung, Berufsschule, Skirennsport, Erholung und Zeit für ein klein bisschen soziales Leben so unter einen Hut zu bringen, dass ich gesund und voller Energie bleibe?
Jeden Tag habe ich versucht, überall 100 Prozent zu geben und irgendwann merkte ich, dass das nicht ewig so funktionieren kann.
Im Juni hat mir dann mein Chef, René Leuzinger, einen Vorschlag gemacht:
„Unterbrich die Lehre. Setze alles auf den Skirennsport. Deine Ausbildung kannst du in zwei, drei Jahren wieder aufnehmen, Profi werden kannst du nur jetzt.“
Erst dachte ich: Aber das war doch nie mein Plan! Wollte ich nicht immer alles gleichzeitig schaffen? Bin ich gescheitert, wenn ich umdenke?
Ein ehemaliger Skirennprofi gab mir dazu die besten Worte mit auf den Weg:
Alles darf sein. Orientiere dich immer wieder neu. Sei mutig.
Und so habe ich, mit Blick auf das Mittelmeer, entschieden: Ich gehe diesen Weg. Vielleicht nicht der klassische Schweizer Weg, aber mein Weg.
Zum Glück darf ich weiterhin bei der Schreinerei Leuzinger als Praktikant bleiben und mich handwerklich entwickeln. Und falls es mit dem grossen Durchbruch im Skisport nicht klappt, habe ich dort die Möglichkeit, meine Ausbildung zum Schreiner EFZ wieder aufzunehmen. Zwischenzeitlich gibt mir die Arbeit Struktur und sichert mir einen Lohn. Alles zusammen gibt mir Sicherheit und die Freiheit, jetzt alles in den Sport zu investieren.
Der Sommer war kurz. Schon Anfang August stand ich in Zermatt wieder auf der Piste: unten im Tal in T-Shirt und Shorts, oben im Rennanzug mit kaltem Wind im Gesicht, einfach genial!
18 Jahre geworden – volljährig, Autofahren, unabhängig
Im Skihüttli oberhalb von Mollis, genau dort, wo meine Leidenschaft fürs Skifahren begann, habe ich meinen Geburtstag gefeiert. Ist jetzt alles anders? Nein. Zum Glück nicht. Ich habe nach wie vor meine Eltern, die mich unterstützen und mir Halt geben und ein Zuhause, wo ich auftanken kann. Einzig neu: Ich bin inzwischen öfter mit dem Auto unterwegs als mit dem Töff. Auf ein Auto mit Beschriftung müsst ihr aber noch warten!
Eines kann ich euch versprechen: Ich gebe vollen Einsatz, für meinen Traum.
Ausblick Winter
Zum Schluss verrate ich euch etwas: Ich möchte euch für eure treue Begleitung auf meinem Weg etwas zurückgeben. Deshalb plane ich für den kommenden Winter meinen ersten Sponsoring-Anlass auf den heimischen Pisten. Wann unser gemeinsamer Skitag stattfinden wird, gebe ich euch während der Saison bekannt, das hängt natürlich von meinem Rennkalender ab. Aber eines ist sicher: Ich freue mich riesig auf einen herrlichen Schneesporttag mit euch, voller Spass und guter Energie!
Ich wünschä üch schüüni und farbäfrohi Herbsttäg!
Gruäss
Kilian